| Grafik EZB Leitzinsentwicklung 2009-2012. |
In der Eurozone steht der Leitzins aktuell bei 1,00 Prozent. Dies könnte sich bereits in der nächsten Woche ändern, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihre monatliche Sitzung in Frankfurt abhält. Die Währungshüter um Notenbankchef Mario Draghi dürften den Leitzinssatz um 0,25 auf 0,75 Prozent verringern. Grünes Licht kommt aus Deutschland.
Die Inflationsrate in Deutschland fällt auf 2,0 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt mit. Es ist der vierte Monat hintereinander, in dem die Teuerung zurückgeht. Im September 2011 kletterten die Verbraucherpreise noch mit einer Geschwindigkeit von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Analysten rechnen aufgrund von Wirtschaftsabkühlung und nicht mehr so stark steigende Rohstoffpreisen wie im Vorjahr mit einem weiteren Rückgang der Inflationsrate in Deutschland. So dürfte sich der deutsche Zinsfalke im EZB-Rat und Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, nicht gegen eine weitere Absenkung beim Leitzins aktuell sperren.
Es gibt de facto keinen Grund nicht unter die Marke von 1,00 Prozent zu gehen mit der Leitzinsentwicklung. So würde die gelockerte Geldpolitik nicht nur den krisengeschüttelten Euroländern im Süden zugute kommen. Auch die deutsche Wirtschaft würde profitieren und ihr Wachstumspotential erhöhen.
Nach der Finanzkrise und Lehman-Pleite ging die EZB mit dem Leitzins bis auf 1,00 Prozent nach unten. Damals sperrte sich in erster Linie Ex-Bundesbankchef Axel Weber gegen Schlüsselzinsen mit einer Null vor dem Komma. Mittlerweile haben jedoch die Zinstauben in der Europäischen Zentralbank das Oberwasser, so dass es bis Ostern sogar auf 0,50 Prozent gehen könnte.