Die Immobilienpreisentwicklung Deutschland zeigt dem deutschen Aktienindex die Fersen. Wer sein Geld in Beton steckt, kann ruhig schlafen und verdient mehr als Börsianer. Schuldenkrise und Inflationsängste machen den Erwerb des Eigenheimes attraktiv. Hinzu kommt die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), wodurch Baufinanzierungen so günstig wie seit Jahrzehnten nicht mehr sind.
Der Baupreisindex des Statistischen Bundesamtes für die Immobilienpreisentwicklung 2011 legte um +2,88 Prozent zu. So kletterte der Index für Wohngebäude von 114,6 auf 117,9 Zähler zwischen Januar und Dezember. Mehrfamiliengebäude erhöhen sich um +3,03 Prozent im bundesdeutschen Durchschnitt, während Einfamiliengebäude einen Anstieg von +2,80 Prozent verzeichneten.
Im gleichen Zeitraum sank der deutsche Aktienindex Dax von 6.973 auf 5.898 Punkte (-15,42 Prozent). Wer in seinem Aktienportfolio Finanzwerte hat, erlitt noch deutlich höhere Kursverluste im zweiten Jahr der Euro-Krise. Die Commerzbank-Aktie purzelte um -71 Prozent von 4,55 auf 1,30 Euro. Börsianer ärgern sich auch darüber, dass Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus im Vergleich zum Branchenprimus Deutsche Bank keine Dividende ausschüttet.
Aus Mangel an Alternativen dürfte die Immobilienpreisentwicklung 2012 ihre Klettertour fortsetzen. Viele Privatanleger wollen den Lenkern der größten deutschen Unternehmen nicht ihr Geld anvertrauen. Die jüngste Pleite des Solarzellenherstellers Solar Millennium bestätigt Aktien-Skeptiker. Bundesschatzbriefe sind aufgrund der extrem niedrigen Verzinsung ebenfalls unattraktiv.
Baufinanzierungen mit einem Zinssatz von 2,95 Prozent für Laufzeiten von zehn Jahren sind unschlagbar billig. Banken schmeißen Kunden mit guter Bonität geradezu das Geld hinterher. Nach Abzug der deutschen Inflationsrate von derzeit 2,1 Prozent, liegt die reale Zinsbelastung unter der Einprozentmarke.