Freitag, 16. Dezember 2011

Steigende Stahlpreisentwicklung macht Stahlaktien zum Schnäppchen

Die Stahlpreisentwicklung klettert von 377 auf 428 Euro je Tonne (+13,53 Prozent) in den letzten drei Wochen. Allerdings bleiben die Aktien der deutschen Stahlkocher im Keller. Der schwache Gesamtmarkt infolge der Schuldenkrise macht Stahlaktien aktuell zu einem Ladenhüter. Dies könnte sich jedoch rasch ändern, weil eine Bodenbildung bereits erreicht wurde.

ThyssenKrupp fristet jedoch aufgrund des milliardenschweren Rekordverlustes in Brasilien weiterhin ein Mauerblümchen-Dasein und notiert mit 17,16 Euro um die Hälfte unter seinen Jahreshoch. Ende Juni 2011 waren die Anteilsscheine von Deutschlands größtem Stahlkocher noch 35,90 Euro wert. Salzgitter fiel in den letzten sechs Monaten von 54,60 auf 36,94 Euro (-32,34 Prozent).

Chart ThyssenKrupp Aktienkursverlauf 2011.

Wenn sich Konjunkturdaten verbessern, dann profitieren normalerweise überdurchschnittlich die Stahlaktien, sagen Analysten. Durch die steigende Stahlpreisentwicklung dürften die Gewinne wieder sprudeln. Darüber hinaus sind die Anteilsscheine von ThyssenKrupp interessant, weil der Essener Konzern bereits im nächsten Monat eine Dividende von 0,45 Euro je Aktie ausschüttet. Anleger können eine Dividendenrendite von +2,62 Prozent einfahren und sich gleichzeitig die Chance auf Kursgewinne offen halten.

Die Stahlpreisentwicklung kommt aktuell ihrem Jahreshoch vom August 2011 bei 476 Euro pro Tonne auch immer näher, weil der Euro Wechselkurs so stark abwertet. Europäische Stahlkocher müssen für die in US-Dollar abgerechneten Einsatzstoffe Eisenerz und Kohle mehr Euros auf den Tisch legen, was sich sodann im Stahlpreis wieder spiegelt.

So könnte es in den nächsten Monaten zu einer paradoxen Situation kommen. Obwohl die Eurozone in eine Rezession abrutscht, steigt der Stahlpreis. Noch steht der Eurokurs bei 1,30 Dollar. Wenn er jedoch auf EUR/USD 1,20 fiele, wie zuletzt im Juni 2010, dann würde die Tonne Walzstahl bereits 463 Euro kosten.