Bei der Benzinpreisentwicklung 2011 kommt es zu einem steilen Anstieg. So kostete der Liter Superbenzin im Jahresdurchschnitt 1,52 Euro, rechnet der ADAC vor. Es handele sich um das teuerste Tankjahr aller Zeiten. Zugleich warnte der ADAC-Präsident Peter Meyer, dass Autofahren zum Luxus werde. Wer Diesel tankt, musste mit einem Durchschnittspreis von 1,41 Euro soviel zahlen wie nie zuvor.
Grund für die teure Benzinpreisentwicklung ist in erster Linie die Lage auf dem Ölmarkt. Das schwarze Gold lässt sich von seiner Bergfahrt trotz Konjunkturabkühlung und Schuldenkrise nicht abbringen. In der ersten Jahreshälfte sprudelten die Rohölpreise durch den „arabischen Frühling“ und das robuste Wirtschaftswachstum. Das Nordseeöl Brent kletterte von 95,10 auf 126,90 Dollar (+33,44 Prozent) zwischen dem 3. Januar und dem 8. April 2011.
Aktuell liegt Brent zwar mit 110,20 Dollar je Barrel (159 Liter) recht deutlich unter seinen Jahreshoch 2011. Allerdings weist die Ölpreisentwicklung 2011 einen Anstieg in Höhe von +15,88 Prozent auf, was sich in den Kraftstoffkosten niederschlägt. Neben Benzin und Diesel ist auch Heizöl sehr teuer. Die Heizölpreisentwicklung 2011 kletterte im November auf ein 2,5 Jahreshoch von 88,95 Euro. Aktuell liegt der Preis für 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt bei 85,50 Euro in Verbindung mit einer Bestellmenge von 3.000 Litern.
Iran
Die Lage im Nahen Osten zwingt Rohstoffhändler beim Rohölpreis eine Risikoprämie einzukalkulieren, welche sich auch treibend auf die Benzinpreisentwicklung 2012 auswirken dürfte. Aufgrund des umstrittenen Atomprogramms droht die Europäische Union (EU) dem Iran mit Einfuhrbeschränkungen seines Öls. Energiekommissar Günther Öttinger bestätigte, dass man solche Maßnahmen diskutiere.
Der Nahost Experte Peter Scholl-Latour warnte vor einem Eingreifen des Westens und Sanktionen. So würden die Chinesen an die Stelle der Europäer treten und dem Iran sein Erdöl abkaufen. Darüber hinaus sei Teheran in der Lage die Straße von Hormuz im persischen Golf zu sperren, durch welche 40 Prozent des weltweiten Öls verschifft wird.