Dienstag, 22. November 2011

Stahl Preisentwicklung rutscht im Sog der Schuldenkrise auf 378 €/t


Die Stahlpreisentwicklung rauscht immer weiter in den Keller. Aktuell kostet die Tonne Walzstahl 510 USD an der Londoner Metallbörse (LME). Rechnet man den Stahlpreis zum aktuellen Euro Dollar Wechselkurs von 1,35 um, dann beträgt der Gegenwert 377,78 Euro je Tonne. Seit Ende August 2011 geht es am Stahlmarkt kontinuierlich nach unten. Ursachen sind die Schuldenkrise und die damit verbunden Abkühlung der Konjunktur.

Unterdessen trüben sich die Prognosen zum Wirtschaftswachstum Deutschland 2012 immer stärker ein. Die Deutsche Bundesbank rechnet mit einer Zunahmen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,5-1,0 Prozent. Wenn es ganz schlecht läuft, dann sechstelt sich der BIP-Zuwachs im nächsten Jahr. Das Wirtschaftswachstum 2011 wird nämlich aufgrund der sehr erfolgreichen ersten Jahreshälfte voraussichtlich bei +3,0 Prozent liegen. Allerdings müsse man bisher keine Rezession fürchten, teilte die Bundesbanker in ihrem aktuellen Monatsbericht mit.

Die Stahlpreisentwicklung 2011 war zwischen Januar und August von 400,60 auf 475,86 Euro je Tonne (+18,79 Prozent) geklettert. Beim Stahlkurs in Dollar hatte in diese Zeitraum ein Anstieg von 535 auf 690 Dollar (+28,97 Prozent) stattgefunden. Seitdem geht es nach unten und so dürfte sich der Preisverfall fortsetzen, solang die konjunkturelle Talsohle nicht sichtbar wird.

Im Gegensatz zu den Aktienmärkten ist die Stahlpreisentwicklung deutlich näher dran an dem tatsächlichen Zustand der Wirtschaft. Aktienkurse nehmen in der Regel die Entwicklung der Realwirtschaft um sechs bis neun Monate voraus. Aus diesem Grund rechnen viele Börsianer mit einer baldigen Trendwende. Die Europäische Kommission prognostiziert, dass es ab der Jahresmitte 2012 mit der Konjunktur wieder besser laufen dürfte. Der Dax bleibt jedoch vorerst unter der Marke von 6.000 Punkten und notiert aktuell bei 5.575 Zählern.