Am Geldmarkt fallen die Zinsen. Die Euribor Entwicklung kommt unter Druck und sinkt auf ein Fünf-Monats-Tief. So sorgt die überraschende Senkung des EZB-Leitzinssatzes von 1,50 auf 1,25 Prozent für niedrigere Geldmarktsätze. Das Abwärtspotential für die Zinsentwicklung 2012 ist noch nicht aufgebraucht, weil Analysten im Januar 2012 mit einer weiteren Leitzinssenkung rechnen.
Die 3-Monats Euribor Entwicklung fiel von 1,58 auf 1,49 Prozent und dürfte ihre Talfahrt in den kommenden Wochen fortsetzen. Finanzmarktexperten erwarten, dass sich der Geldmarktsatz weiter verringert. Das Gleiche gilt für den 12-Monats Euribor, welcher von 2,13 auf 2,04 Prozent sank zwischen dem 28. Oktober und dem 4. November 2011.
Aufgrund der Schuldenkrise horten Banken lieber ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), anstatt es sich gegenseitig zu leihen. Das Misstrauen der Geldhäuser ist zwar nicht so ausgeprägt wie im Laufe der Finanzkrise 2008. Allerdings hinterließen die Rettungsaktion der belgisch-/französischen Bank Dexia und die Pleite des amerikanischer Brokerhauses MF Global ihre Spuren.
Die Euribor Entwicklung 2011 weist unter dem Strich eine positive Jahres-Performance aus. Der 3-Monats Euribor kletterte von 0,70 auf 1,49 Prozent zwischen Januar und November 2011. Der 12-Monats Euribor erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 1,50 auf 2,04 Prozent.
Die in der ersten Jahreshälfte 2011 steil kletterten Geldmarktsätze hängen in erster Linie mit Erhöhungen des EZB Leitzinssatzes im April und Juli 2011 zusammen. Alt-Notenbankchef Jean-Claude Trichet hatte den Schlüsselzins zweimal um jeweils 0,25 Prozent auf 1,50 Prozent angehoben. Der neue EZB-Präsident, Mario Draghi, korrigierte nun den Kurs, weil er eine Rezession im Euroraum erwartet.