Freitag, 11. November 2011

Bauzinsen Prognose 2012: Bauen wird noch billiger wegen EZB Leitzins

Bauen bleibt günstig, weil die Europäische Zentralbank (EZB) an der Zinsschraube dreht. Immobilienexperten müssen ihre Bauzinsen Prognose 2012 nach unten korrigieren. Die weit geöffneten Geldschleusen der Notenbank sorgen für günstige Kredite. Unterdessen fällt 10-Jahres-Baugeld auf ein Rekordtief.

Mit einem Paukenschlag begann der neue EZB-Präsident Mario Darghi seine achtjährige Amtszeit. So senkte der ehemalige Chef der Banca d’Italia den Leitzinssatz im Euroraum von 1,50 auf 1,25 Prozent. Dabei lässt sich der Italiener auch nicht davon abhalten, dass die Inflation bei drei Prozent liegt und damit 50 Prozent höher ist, als die Währungshüter laut ihren Statuten anpeilen.

Die Bauzinns Entwicklung befindet sich seit mehr als einem halben Jahr auf einer Talfahrt. So sank der der effektive Jahreszins für 10 Jahres Baugeld von 4,18 Prozent auf 2,91 Prozent zwischen April und November 2011. Es könnte noch mehr bergab gehen, weil EZB-Beobachter mit einer weiteren Absenkung des Leitzinssatzes auf 1,00 Prozent im Januar 2012 rechnen.

Die Eurozone ist dabei in eine milde Rezession abzugleiten bis zum Jahresende 2011, prognostiziere Draghi. Unterdessen korrigierte die Europäische Kommission ihre Wachstumsprognose für 2012 nach unten. Anstatt einer Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um +1,6 Prozent, erwartet der Exekutivarm der EU nur noch +0,5 Prozent Wachstum in den 17 Länder umfassenden Währungsraum. Für das laufende Jahr rechnet Währungskommissar Olli Rehn mit +1,5 Prozent, anstatt +1,6 Prozent.

Attraktiv ist die aktuelle Bauzinsen Entwicklung auch wegen der vergleichsweise hohen Inflationsrate. In Deutschland liegt die jährliche Teuerung derzeit bei 2,4 Prozent. Subtrahiert man die Inflation vom Zinssatz für 10 Jahres Baugeld so bleibt eine sehr niedrige reale Zinsbelastung für Eigenheimer in Höhe von 0,51 Prozent übrig.