Die Rohölpreisentwicklung setzt ihren Aufwärtstrend fort. Aktuell kostet das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 109,88 Dollar. Das nordamerikanische West Texas Intermediate (WTI) liegt bei 87,66 Dollar. Beide Ölpreisentwicklungen haben sich in den letzten Wochen von ihrem Tiefstständen zu Beginn des vierten Quartals 2011 deutlich entfernt.
Am 4. Oktober 2011 fiel der Brent Ölpreis auf 99,10 Dollar und markierte ein Acht-Monats-Tief. WTI Rohöl sank auf 74,95 Dollar und war so billig wie zuletzt im September 2010. Rezessionsängste im Zuge der Schuldenkrise dämpften die Nachfrage nach dem schwarzen Gold. Mittlerweile zeichnet sich jedoch ab, dass die konjunkturelle Abkühlung in Europa und den USA weniger intensiv ausfallen dürfte.
Spekulanten schrauben ihre Wetten auf eine steigende Rohölpreisentwicklung an den Terminmärkten wieder nach oben. Der Saldo zwischen Kauf- und Verkaufskontrakte von spekulativen Konten bei WTI Öl steigt wieder. An der New York Mercantile Exchange erhöhte sich die Differenz von +108.164 auf +144.371 in den letzten zwei Wochen.
Lagerbestände, Heizöl
Fallende Rohöllagerbestände in den Vereinigten Staaten lieferte Großspekulanten ein weiteres Argument, um auf höhere Ölpreise zu setzen. Anstatt eines Lageraufbaus in Höhe von 1,3 Millionen Barrel wie von Analysten erwartet, kam es zu einem Abbau. Die US-Mineralölkonzerne verringerten ihre Ölvorräte um 4,7 Millionen Barrel.
Der Anstieg der Rohölpreisentwicklung hat bereits die Heizölpreise auf Rekordhochs getrieben. So kletterte der Heizölpreis im bundesdeutschen Durchschnitt auf 86,40 Euro pro 100 Liter. Damit ist Heizöl teurer als im April 2011, als für die Referenz-Abnahmemenge von 3.000 Litern 85,30 Euro bezahlt werde musste.