Sonntag, 30. Oktober 2011

Ölpreisentwicklung stagniert bei $110, Japan drosselt Ölnachfrage

Das Nordseeöl Brent kommt derzeit nicht vom Fleck. So stagnierte die Brent Ölpreisentwicklung in der letzten Oktoberwoche 2011 bei 110 Dollar je Barrel (159 Liter). Die japanische Industrieproduktion fiel deutlich stärker, als von Analysten prognostiziert worden war. Nach den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China ist Japan der drittgrößte Ölverbraucher der Welt.

Die Industrieproduktion sank um -4,0 Prozent, teilte das japanische Wirtschaftsministerium mit. Analysten hatten mit einem Rückgang um -2,0 Prozent gerechnet für den Berichtsmonat September 2011. Zwar dürfte die sinkende Ölnachfrage aus Japan nicht übermäßig die Ölpreisentwicklung beeinflussen. Allerdings haben Händler offenbar die schlechten Nachrichten genutzt, um Positionen kurz vor dem Monatsende zu schließen.

Brent vs. WTI

Analysten beobachten aktuell besonders aufmerksam die Differenz (Spread) zwischen der Brent und WTI Ölpreisentwicklung. Während der Brent Ölpreis nicht vom Fleck kam und bei 110 Dollar stagnierte, verteuerte sich WTI Öl. West Texas Intermediate (WTI) kletterte von 87,05 auf 93,50 Dollar (+7,41 Prozent) zwischen dem 24. Oktober und dem 28. Oktober 2011.

Damit verringerte sich der Spread zwischen Brent und WTI auf 16,50 Dollar. Die Preisdifferenz ist so niedrig wie seit vier Monaten nicht mehr. Anfang September 2011 war der Spread zeitweise über 26 Dollar gestiegen. Der Rückgang spiegelt eine Normalisierung der weltweiten Ölmärkte wieder, die im Zuge der Protestbewegungen des arabischen Frühlings durcheinander gewirbelt wurden.

Insbesondere durch die libyschen Lieferausfälle im Laufe des Bürgerkriegs hat sich die Brent Ölpreisentwicklung vom WTI Öl abgekoppelt. Die großen Abnehmer von libyschen Öl, Italien, Frankreich und Deutschland, mussten die Lieferausfälle kompensieren. Dies hat zu einer Ausweitung des Brent-WTI-Spreads geführt, der im letzten Jahr noch durchschnittlich bei 0,74 Dollar gelegen hatte.